Digitale Souveränität: Warum der Bund seine Microsoft-Abhängigkeit reduziert

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Der Bund möchte seine Bindung an das US-Technologieunternehmen Microsoft verringern. Der Entscheid reiht sich in die wachsende Debatte um digitale Souveränität ein und lenkt den Blick auf die grundsätzliche Frage, wie abhängig Organisationen von einzelnen Technologieanbietern sind.

Der Bund plant, seine Verflechtung mit Microsoft schrittweise zu verringern. Darüber berichtete die «Tagesschau» am 19. April 2026. Auffällig ist dabei: Nur wenige Monate zuvor wurden über 50'000 Arbeitsplätze der Bundesverwaltung mit der Software Microsoft 365 ausgerüstet. Ein Sprecher der Bundeskanzlei bestätigte gegenüber der «NZZ am Sonntag»: «Die Bundesverwaltung strebt an, ihre Abhängigkeit von Microsoft schrittweise und langfristig zu reduzieren.» Die Gründe: Nicht genügend gewährleistete Datensicherheit, zu wenig Kontrolle über die eigenen Daten sowie geopolitische Risiken.

Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die nicht nur die Bundesverwaltung sondern generell Behörden betrifft: Wie abhängig sind wir eigentlich von US-Technologieanbietern?

Die Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern ist längst nicht mehr eine strategische Entscheidung, sondern erzwungene Realität im Alltag. 

 

[ 1 ]Tiefe Integration, hohe Abhängigkeit

Kollaboration, Dokumentenverwaltung und Kommunikation sind tief in Plattformen wie Microsoft 365 integriert – und damit auch Prozesse, Datenflüsse und Arbeitsweisen.

Aus dieser tiefen Integration entstehen jedoch Abhängigkeiten. Die Kontrolle über Daten, Zugriffsrechte und rechtliche Rahmenbedingungen verschiebt sich zunehmend von den Kunden hin zu wenigen globalen Anbietern. Diese Verlagerung ist wohl kaum im Sinne der Kunden.

[ 2 ]Digital souverän by design

Lösungen, die diesen Anforderungen gerecht werden wollen, denken digitale Zusammenarbeit daher konsequent als Architekturfrage. aXc verfolgt genau diesen Ansatz und versteht digitale Systeme als gestaltbare Infrastruktur, in der Souveränität nicht nachträglich hergestellt, sondern «digital souverän by design» verankert ist.

Ziel ist es, digitale Transformation nicht komplexer zu machen, sondern im Sinne der eigenen Mission begeisternd einfach zu gestalten – ohne dabei Kompromisse bei Kontrolle, Sicherheit oder rechtlicher Klarheit einzugehen.

[ 3 ]Weichenstellung statt Tagesgeschäft

Diese Entwicklungen zeigen, dass digitale Souveränität zunehmend zur konkreten strategischen Frage wird. Im Zentrum steht dabei weniger die Wahl einzelner Technologien als die Frage, wie stark man sich durch digitale Systeme langfristig bindet.

In vielen Organisationen sind zentrale Prozesse bereits tief in wenige grosse Plattform-Ökosysteme integriert. Gleichzeitig nehmen geopolitische Unsicherheiten zu, insbesondere im Umgang mit internationalen Technologieanbietern. Dadurch werden technologische Entscheidungen zunehmend zu langfristigen strukturellen Weichenstellungen.

Das bedeutet: Digitale Souveränität entsteht nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch die bewusste, strategische Gestaltung dieser Abhängigkeiten. Entscheidend ist dabei nicht, ob Microsoft 365 funktioniert, sondern wie viel Kontrolle die Kunden darüber behalten.

Ein hilfreicher Leitfaden zur Selbsteinschätzung liefert das ZenDiS-Diskussionspapier «Kriterien zur Bewertung von Digitaler Souveränität».

Quellen: